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Die besten Kaffeebohnen im Vergleichstest - Überblick und detaillierte Informationen.

Der Ursprung der Kaffeebohnen: Wie der Kaffee in unsere Tasse kommt

Sie sind nur 0,04 Millimeter groß. Die winzigen Kristalle rasen durch die Blutbahn, denn es gilt den Wettlauf gegen die Adenosin-Kristalle zu gewinnen. Wer zuerst in den Nervenzellen des Gehirns und der Nervenbahnen andockt, hat gewonnen! Das Adenosin (ein Abfallstoff der Nervenzellen) macht müde und die Coffein-Kristalle haben den gegenteiligen Effekt: der Mensch wird wachsamer, konzentrierter und stimuliert. Genug Wissenschaft. Millionen Menschen beginnen ihren Tag mit einer Tasse des frischgebrauten dunklen Getränks: der Kaffee. Eines der wichtigsten Rohstoffe des modernen Handels. Immerhin beschäftigen sich über 125 Millionen Menschen in 50 Länder mit dem Anbau, der Ernte und der Röstung von Kaffee. Fast jedes Land und jede Kultur liebt den Kaffee. Die Zubereitungsweise mag unterschiedlich sein, aber die Anziehungskraft des Kaffees ist die Gleiche.

geerntete KaffeebohnenDie Herkunft der Kaffeebohnen

Begonnen hat diese Geschichte mit einem Ziegenhirten aus Äthiopien. Dort wuchsen die roten Beeren auf Sträucher. Gelangweilt wie manche Ziegenhirten sind, hat er beobachtet wie die Ziegen begierig die kleinen Früchte aßen. Er hat sich wohl nichts dabei gedacht. Gewundert hat es ihn nur, dass einige der Ziegen wie verrückt „im Viereck“ gesprungen sind und nachts nicht mehr aufgehört haben zu mähen und meckern. Das war im 9. Jahrhundert. Über die damaligen Handelsrouten gelangten die roten Früchte in den Jemen. Dort dachte man, die wären ideal um einen guten Wein zu machen. Aus diesem Grund auch der jemenitische Name für Wein: qahwah! Von qahwah war es nicht mehr weit zu Kaffee und im 16. Jahrhundert, hatte die geheimnisvolle Beere, die wie eine Bohne aussah auch die europäischen Adelshäuser erobert. Es gibt zwar über 120 bekannte Kaffeesorten, aber nur zwei bestimmen den Weltmarkt und unsere Tassen: Arabica und Robusta. Wobei, 70% der Welternte aus Arabica besteht und sich der Rest auf die robustere – aber auch bitterere Sorte – Robusta verteilt. Es gibt zwar noch ein paar andere „Exoten“, aber diese werden nur in bestimmte Erdteile angepflanzt und brauchen eine intensivere Pflege und sind damit eine Kostenfrage.

Der Kaffeeanbau – ein kleiner Überblick

Robusta ist tatsächlich so etwas wie ein Markenname, der dieser Pflanzengattung gegeben wurde, wegen der robusten Eigenschaften die sie besitzt. Die Coffea Canephora-Spezies wurde im späten 19. Jahrhundert im belgischen Kongo (heute Zaire) entdeckt und das kommerzielle Potenzial war sofort klar. Diese Pflanze konnte auch in niedrigeren Höhen angebaut werden, als die bestehende Arabica-Pflanze. Sie konnte auch höhere Temperaturen ertragen und war widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Das sind auch heute noch die wesentlichen Gründe für den Anbau von Robusta-Pflanzungen, da diese billiger sind in der Herstellung. Der Nachteil: dieser Kaffee schmeckt nicht auf Anhieb so gut wie Arabica. Er ist wesentlich bitterer und hat doppelt so viel Koffeingehalt. Ein reiner Robusta-Kaffe hat einen hölzernen Geschmack und einen schweren Körper. Es gibt schon Robusta-Sorten mit einer sehr hohen Qualität, die ihren Einzug in die italienische Espresso-Kultur gefunden haben, aber er wird häufig verwendet um löslichen Instantkaffee zu produzieren oder wird in einem bestimmten Mischverhältnis mit Arabicabohnen gemischt. Beide Kaffeepflanzen bevorzugen tropische oder sub-tropische Gebiete. Aus diesem Grund liegt die überwiegende Herkunft der Kaffeebohne in Brasilien (40% der Welternte). Hier herrschen ideale Temperatur-, Höhen- und Wetterbedingungen um beide Kaffeearten zu pflanzen.

Gut etablierte Kaffeeplantagen führen eine Baumschule um Setzlinge für die Plantage heran zu ziehen. Die Samen werden in nährstoffreichem Boden angepflanzt. Nach 6-7 Wochen kommen die ersten Pflänzchen zum Vorschein. Interessanterweise, sieht der erste Anblick aus, wie eine braune Kaffeebohne auf einem grünen Stiel. Diese „Bohne“ wird sich dann öffnen und daraus wachsen dann die Baumblätter. Die roten Früchte kommen erst viel später zum Vorschein (als ausgewachsener Baum oder Strauch). Nach einem Jahr, kann die junge Pflanze in die Hauptplantage verpflanzt werden. Jetzt ist die Pflanze ca. 45 Zentimeter groß und robust genug um die Veränderung zu überleben. Die Bäumchen werden in der Plantage mit 3-4 Meter Abstand voneinander eingepflanzt. Dieser Raum ist notwendig, um andere Pflanzen anzusiedeln, die Schatten und Nährstoffe spenden. Es werden auch Bäume angepflanzt, die gegen Wind schützen sollen.

Nach drei Jahren ist es dann soweit. Die Bäume können jetzt die erste Ernte abgeben. Manche Regionen und Bäume geben zwei Ernten pro Jahr, aber die zweite Ernte fällt meist kleiner aus und der Kaffee hat keine gute Qualität. Der Prozess beginnt mit der ersten schweren Regenzeit. Danach blühen die weißen Blüten, aus denen später die Früchte kommen werden. Nach ca. 9 Monaten sind die roten Beeren reif und bereit für die Ernte. Die Bäume werden während der gesamten Zeit gestutzt, da ein Kaffeebaum sonst bis zu 12 Meter groß werden kann. Dies würde die Ernte erheblich erschweren, da diese oft manuell durchgeführt wird. Es ist schwer mit Maschinen am Hang zu arbeiten und nicht alle Kaffeebeeren reifen zur gleichen Zeit.

Die Kaffeeernte

Ein Kaffeebaum kann einen Ertrag von 4 bis 5 Kilogramm Beeren tragen. In manchen Regionen sind auch 7 Kilogramm nicht unüblich. Die Beeren müssen rot und reif sein, damit diese dann später geröstet werden. Es gibt zwar maschinelle Methoden, um Kaffee zu ernten, aber der Nachteil ist, dass dabei auch viele grüne Bohnen geerntet werden. Diese müssen noch ein bisschen länger am Baum bleiben um zu reifen und ergeben oft einen besonders qualitativ hochwertigen Kaffee. Aus diesem Grund bevorzugen viele Plantagenbesitzer auch heute noch die manuelle Erntetätigkeit. Ein Pflücker kann bis zu 72 Kilo Beeren am Tag pflücken. Dabei achtet er auf den Reifegrad und die Farbe der Früchte. Erfahrene Pflücker haben ein gutes Auge für die Qualität der Beeren und auch dafür, ob der Baum von Schädlinge befallen wurde. Die besten Erträge gibt der Baum zwischen seinem 6. und 15. Lebensjahr. Danach werden die Ernten immer schwächer und es besteht die Gefahr, dass Schädlinge den älteren Baum befallen. Aus diesem Grund werden diese dann gefällt oder – wenn er ein besonders ertragreicher Baum war – als Quelle für Samen genommen.

Kaffeebohnen roh

Nicht alle Beeren werden in die Röstung gegeben. Diese werden oft auf Planen ausgebreitet und wieder handverlesen und aussortiert.

Der Kaffee hat eine lange Geschichte hinter sich und oft auch schon eine lange Reise unternommen, bevor er in unserer morgendlichen Tasse endet. Es gibt noch viele andere „Geheimnisse“ um wirklich guten Kaffee zu erhalten. Die Mischverhältnisse und die Röstung spielen hier eine besondere Rolle. Der teuerste Kaffee der Welt ist der „Black Ivory“ und kostet 39 Euro pro Tasse (850 Euro pro Kilo). Dieser wird aus dem Dung thailändischer Elefanten gewonnen. Die Tiere fressen die Kaffeebohnen und diese werden dann aus dem Elefantendung – per Hand! – wieder herausgelesen und verarbeitet. Die Enzyme im Elefantenmagen entziehen der Kaffeebeere die Säure, ohne die über 100 natürlichen Aromastoffe des Kaffees zu zerstören. Viele dieser Aromastoffe gehen durch die industrielle Röstung verloren. In diesem Falle, müssen die Bohnen nur leicht geröstet werden und es entsteht ein vollmundiger und fantastischer Kaffee!

Ob Kaffee aus dem fernen Dschungel in Java oder aus einer der riesigen Plantagen in Brasilien, er ist und bleibt einer unserer Lieblingsgetränke und so mancher Student verdankt dem Kaffee auch eine lange Studiennacht. Wie eingangs erwähnt, ist der Kaffee einer der natürlichen Stimmungsmacher, der Millionen Menschen zumindest ein bisschen länger wach hält.

Eine interessante Fotoreportage zum Kaffeeanbau in Äthiopien finden Sie hier:
https://reportagen.foto-grafo.de/?p=59


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